Donnerstag, 20. September 2018

Mabon - Herbst Tag und Nachtgleiche


Mabon (ausgesprochen: „Mäi-bon“) (Herbsttagundnachtgleiche, Erntedankfest, Alban Elued bzw. Alban Elfed ) wird vom 20. bis zum 23. September gefeiert.
Man feiert den Abschluss der Ernte, die Lughnasadh eingeleitet hatte. Der Bezeichnung Mabon für diesen Festtag ist modernen Ursprungs, gründet sich aber auf die walisische Sagengestalt Mabon fab Modron bzw. auf die keltische Gottheit Maponos. Mabon ist das zweite Haupt-Erntefest.

Es beginnt bei Sonnenuntergang an dem Tag, an dem die Sonne in das Tierkreiszeichen Waage eintritt. Mittelpunkt des Festes ist eine üppige Mahlzeit, mit der man für die reiche Ernte dankt.
Als Zeichen der Dankbarkeit wirft man drei Früchte zu Ehren der Kornmutter über die Schulter. Bei der Getreideernte bleibt die letzte Garbe zusammengebunden stehen oder wird überhaupt nicht geschnitten. Das Fest steht auch für den feierlichen Abschied vom Sommer und dient der innerlichen Vorbereitung auf den Winter und die dunkle Zeit der Ahnen.
Bild könnte enthalten: Pflanze, im Freien und Natur
An diesem Tag wird dann auch innegehalten und darüber reflektiert was im vergangenen Jahr geschehen ist, um sich für das kommende Jahr neu vorzubereiten. Man opfert den Göttern Obst, Korn, Brot , Mais, Kürbisse und Wein.
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Noch vor etwa 250 Jahren ließ man, beim Roggenmähen auf dem letzten Stück ein End stehen. Man mähte um denselben rundherum, sodass das stehengebliebene Korn eine Runde Fläche einnahm. Mitten hinein wurde ein Baum gestellt und um den Baum herum sang und jubelte man.


Es herrschte der Brauch, dass beim Schlusse des Roggenmähens auf dem letzten Stücke eine Fläche etwa 1qm groß ungemäht bleibt. Dann holt man einen grünen Strauch, setzt ihn in die Mitte der noch stehenden Halme, flechtet letztere zu Strängen, verbindet diese mit den Enden des Strauches, verziert das Ganze mit Blumen und führt um dasselbe einen Reigen auf, wobei man ruft: Peterbult hoi!
Unterdessen ist der Bauer mit einem Trunk gekommen, Schnitter und Binderinnen setzen sich nieder, trinken und jubeln, um nach einer Weile den Tanz um den Peterbult unter dem Rufen:
„Peterbult hoi!“ wiederaufzunehmen. Man nennt den mit Ähren und Blumen geschmückten Baum Peterbult und die Feier Peterbultfeier. Man findet diesen Brauch auch auf dem Hümmling. Man sah eine überlieferte Wodanverehrung. 

Er schreibt im 5. Heft des Berichtes über die Tätigkeit des Oldenburger Landesvereins für Altertumskunde (1885):
In Lastrup lassen die Schnitter am Schluß des Mähens auf dem letzten Stück einen Büschel stehen, binden diesen an einen Stock oder Strauch, flechten Blumen hinein und rufen laut: Peterbült he! Peterbült he!
Auch schon vor dem Schluß des Mähens erschallt dieser Ruf. Jeder will zuerst die Arbeit beendet haben und so entsteht ein Wetteifer.. An dem Peterbult werden die letzten Bissen von Speis und Trank verzehrt und dabei gesungen :




Wode! Wode!

Den Schluß des Mähens bezeichnen die Leute mit:
Wi hebbt den Peterbult.
Noch vor etwa 25 Jahren nahm eine Dienstmagd aus der ersten aufgenommenen (nicht gebundenen) Garbe eine Hand voll Halme, sie verstreuend sprach sie in feierlichem Tone: O Wode! O Wode!
Ehemals war es Sitte gewesen, beim Beginn des Mähens zu singen:
O Wode! o Wode!
Hoal dinen Parden Foder,
Nu Distel und Dorn,
Ton andern Jaohr bäter Korn.

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Tisch, im Freien und Natur
In Butjadingen, wo eine Ernte wie auf der Geest unbekannt ist, wird der letzte Erntewagen mit geschmückten Pferden nach Hause gebracht. Alle Schnitter und Binderinnen setzen sich oben auf die Frucht und singen während der Fahrt.

Zu Hause gibts einen Trunk, und bei Musik und Tanz wird der Rest des Tages verbracht. Damit in der drocken Jahreszeit die Arbeit nicht unterbrochen wird, wählt man zum Einholen des letzten Erntewagens mit Vorliebe den Sonntag.


Quelle: Ludwig Strackerjan Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg