Dienstag, 29. Mai 2018

Der Zaubergarten

Wenn Du dich auf unseren Schamanengarten einlässt, dann entsteht ein heiliger Raum, ein Bereich in dem Du sie sehen kannst, die Naturwesen. 
Unscheinbar wirkt er, der Zaubergarten, aber wenn du hinter den Zaun trittst und Achtsam bist, zu Ruhe kommst, dann kannst du es fühlen.....den Zauber der Pflanzendes und die Kraft der Magie und der Liebe, die dort wächst. 
Nicht nur die kleinen Wesen, die da brummen und summen an den vielen Blüten des Beinwells oder Baldrians, nein, wenn du ganz genau hinsiehst und den Blick weitest, kannst du hinter die Welten schauen und erblickst die Naturgeister die diesen Garten beseelt haben. 


Oft werde ich gefragt, wie ich sie sehe und dazu kann ich gar nichts konkretes sagen, denn man spürt sie auf verschiedensten Ebenen. Ein Hauch, ein Kitzeln, ein Flüstern, ein Rascheln, ein Schatten. Manchmal Stimmen oder gar ein leichter Singsang….



In unserem wilden Naturgarten darf jede Pflanze dort wachsen, wo sie will, jedes Beikraut hat seinen Platz, es sei denn, es wird bedrohlich für ein anderes Pflanzenwesen. Dieser Hexengarten ist genau, wie die Wilde Frau, ihr Spiegelbild.

Dazu gehörten seit der Steinzeit, auch die Giftpflanzen, wie Fingerhut, Tollkirsche oder auch der Eisenhut. Sie symbolisieren die Schatten, mit der sich jeder Schamane beschäftigen muss und sollte. Wer sie ausklammert, der weiß nichts über den Pflanzenschamanismus. 

Unsere dunklen Seiten, die Schatten gehörten dazu, in der Arbeit der Hexe, wie auch in ihrem Garten. 

Ohne diese alten Hexenpflanzen, wie Rainfarn oder Eisenhut, wäre das alles nur ein weichgespülter Kräuterbrei. Aber für euch als Besucher ,sind diese Pflanzen mit einem Roten Band gekenntzeichnet.

Unser Garten ist nicht perfekt, ich bin es ja auch nicht. Und , mal ehrlich, wer will das schon?! Und wie wichtig das Beikraut ist, könnt ihr im Garten nachlesen.

Am Morgen wenn die Sonne aufgeht, wandere ich durch diesen kleinen Bereich unseres Gartens, im Moment begrüße ich neue Pflanzenkinder und schaue gespannt, was aus den Grünen Blättchen da unten auf der Erde, einmal werden will.

Ja auch Disteln haben durchaus ihren Grund und ihre Berechtigung und die Brennessel und dies und das. Aber ich schaue genau hin und manch ein Pflänzlein fühlt sich eingeschränkt oder gar bedroht, so dass ich Diestel und Nesseln, manchmal auch die Gundelrebe und ganz bestimmt das Klettenkraut reduzieren muss. 

In diesem Jahr ist viel Interesse am Garten, vielleicht liegt es auch an dem neuen Kräuter Spiel.

Eine kleine Zaunkönigfrau, also eine Zaunkönigin, hat sich an der äußeren Ecke des Zaubergartens ein Haus gebaut. Nein gebaut habe ich es, sie ist nur eingezogen. Miete zahlt sie nicht, eher im Gegenteil, ich passe gut auf, das die Katzen sie nicht entdecken und bisher hat das auch geklappt.

Und jetzt schauen dort vier hungrige Schnäbel heraus, so dass ich immer ganz vorsichtig daran vorbei schleiche, um Mama nicht zu stören. Sie ist nur ein vorübergehender Gast. Denn sobald das Jungvolk flügge ist, zieht auch sie wieder aus.  

Wenn man gegen Mittag den Garten betritt, dann wallt einem der Duft des Baldrians, der jetzt in voller Blüte steht, schon entgegen. Ja die Nase hat auch was davon im Zaubergarten.

Überall hat er sich ausgebreitet. Baldurs Segen. Und die wundervolle Kamille, das Kraut Freyas, wächst ganz frech rund um den Altar in der Mitte des Gartens. 

 

Sie macht halt was sie will. Beeindruckend ist in diesem Jahr die Engelwurz, aber auch mein wilder Beifuß . Die Karde wächst gleich mehrfach am Zaun, dort habe ich sie nicht hingesetzt

 
Und selbst der Küstenbeifuß, ist wieder da und wuchert. …Der Rote Klee ,die Taubnessen, der Mohn ,das Lungenkraut und die wilde Arnika haben sich von selbst angesiedelt.

 


Wenn ich durch den Zaubergarten gehe, ganz langsam und sachte, oder mich unter den Holler setzte, dann weis ich um die Anwesenheit der Elfen. Aber da ist noch etwas. Denn es scheint, als ob die Pflanzen selbst reden. ...aber das müsst ihr selbst herausfinden, auf der Bank im Hollerbusch...

 

Man kann lernen ihnen zuzuhören, wenn man sich auf ihre Ebene begibt. Du wirst ruhig, schaltest dein Denken aus und gehst in Meditation.

 

Wenn es mir nicht gut geht, dann wandere ich langsam durch den Zaubergarten, atme die Düfte der Kräuter ein. Den süßen Duft von Baldrian, Mädesüß, Holler Blüten. Oder auch den Würzigen Duft der mit entgegenkommt wenn ich zum Liebstock , Lauch oder Majoran gehe. 

  Ab und an riecht es stark nach Minze, das kommt davon, das rund um die Trittplatten die Minze wächst, sobald du darauf trittst, steigt die das Aroma in die Nase. Und kurz vor einem Regen und auch danach, da ist der Waldmeister präsent mit seinem Duft. Er kündig den Regen an, den wir gut brauchen könnten. Aber auch nach einem künstlichen Regenguss aus dem Schlauch, duftet alles so unfassbar. 

Das Kampfer zieht schon bei der kleinsten Berührung eine Duftwolke hinter uns her. Ich kann es kaum erwarten, bis das Sonnenwendkraut und die Karde blühen, die Ringelblume und der Wasser Dost. 

Die Tollkirsche und auch der Fingerhut beginnen nun…jeden Tag entdecke ich eine andere Pflanze oder eine neue Blüte….

Und jetzt, wo der Wind vom Garten her weht, ich unter der alten Kastanie sitze, um zu schreiben, da weht der Duft von Baldurs Kraut zu mir her und ruft mich zu sich herüber ....

Unser Garten ist Dienstags bis Sonntags von 11-17 Uhr für euch geöffnet. Eine kleine Spende von 1,50 Euro pro Erwachsene möchten wir gerne haben. Kinder sind kostenlos.

Führungen mit ausfürlichen Vortrag finden Sonntags von 12-13.30 Uhr statt. Diese kosten 10.- pro Erwachsener. Bitte mit Anmeldung, denn nur ab 5 Personen findet so eine Führung statt.