Samstag, 11. April 2015

Die Herstellung magisch-kosmetischer Artikel




Hier mal ein paar Informationen, wenn du magische und kosmetische Produkte herstellen willlst und was alles beachtet werden muss, wenn du dich damit selbstständig machen willst:

Richte Dir eine eigene Werkstatt ein und benutze dafür bitte nicht die heimische Küche. Außerdem scheint es für deine Kunden wenig kompetend, wenn du im heimischen Wohnzimmer oder in deiner Küche werkelst. Aber es hat noch einen anderen Grund, es wird garantiert auf wenig Gegenliebe seitens der Kontrollbehörde stoßen, wenn sie sehen, wo du deine Ware produzierst! Nein und damit meinen wir nicht das "Hexen Kontroll Amt"!

Melde Dich bei deinen Veterinär- und Lebensmittelämter. Jeder Stadtbezirk hat so ein Amt und da müsst du hin. Außerdem gibt es immer eine übergeordnete Behörde/ Meldestelle, was vielen HerstellerInnen und ImporteuInnen unbekannt ist, wo nur die reine Meldepflicht besteht. Zur Kontrolle ist aber auch diese Behörde mit regionalisierten Aufgaben berechtigt.

Für eigene Seifen und Kosmetikes gilt: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Dort müssen alle Rezepte in der Datenbank eingetragen werden. Wichtig für alle HerstellerInnen von Kosmetik ist der Bereich Bedarfsgegenstände/ Kosmetik. Dort gibt es  alle notwendigen Informationen.

Die Zertifizierung:
Dazu gehören die Eindeutige Kennzeichnung des Produkts, das Bewertungsergebnis, die Produktbeschreibung, die Zusammensetzung des Produkts, eine Quantitative INCI-Deklaration, einige Sätze zum Verwendungszweck, Einschätzung der Risikolage bei Vernünftigerweise vorhersehbare Anwendung, Expositionsbetrachtung des Fertigproduktes, das Toxikologische Kurzprofil der Einzelbestandteile, Expositionsbetrachtung der Einzelbestandteile, Anwendungs- Sicherheits- Warnhinweise, Keimbelastungstest (bei Seife eigentlich nicht notwendig. Wird aber manchmal verlangt).

Bei einer Kontrolle deiner Produkte ,wird nicht nur auf die Angabe der Inhalte geachtet. Man überprüft alle Angaben zum Produkt: Preis- und Gewichtsangaben, Verwendungszweck, Haltbarkeit und Werbeaussagen. Du  solltest niemals medizinische Wirkversprechen und Heilaussagen auf deinen Produkten angeben. Es sei denn, es gibt dazu umfangreiche Studien. 

Wer also einen Wirkstoff einsetzt, der angeblich dieses und jene Krankheit heilt, der muß beweisen können, daß der eingesetzte Wirkstoff dies auch in seinem Produkt tut. Kannst du das? Gibt es dafür Testreihen, Studien und wissenschaftliche Gutachten ? Nein? Dann lasse es lieber!

Ich wäre sehr vorsichtig, wenn es um solche Wirkversprechen geht .Wir können unseren  Kunden das Verschwinden von Allergien, Rheuma ,Schuppenflechte, Linderung bei Neurodermitis und das Ende des Hautjuckens nicht garantieren! Heilversprechen weglassen oder beweisen können.

Unwichtig eigentlich aber es kommt auf den Kunden selbst an: Magische Weisheiten, Erkenntnisse der Aromatherapie und Wissenschaften von Kräutern und Pflanzen.  Eine gute Beratung ist das A und O dabei, direkt vor Ort kannst du gerne über die Magischen und Traditionellen Anwendungen sprechen, Heilversprechen jeglicher Art aber tunlichst vermeiden!
Zudem solltest du dich von Anfang an auch um juristischen Beistand bemühen. Auch als Online Händler ist es wichtig, sich im Online Recht einen Anwald zu suchen, der einen vor Eröffnung deines Ladens berät. Wenn es um Fragen des Patent- und Markenrechts geht, musst du wissen, wer dafür zuständig ist.

Und das Gewerbeamt nicht vergessen und den / die Steuerberater/In! Außerdem, wenn du ein Geschäft eröffnen möchstest musst du das bei der IHK anmelden, die wollen überigens einen "kleinen" Mitgliedsbeitrag von Dir. Dafür stehen sie aber auch gerne für einen Rat an deiner Seite.
Auch die Berufsgenossenschaft, hält ihre Hände auf. Du MUSST dich dort versichern und melden, wenn du dich selbständig im Einzelhandel machen willst!

An all diese Dinge musst du  denken, bevor es losgehen kann. Wer auf Märkten steht, sollte daran denken, daß auch dort Kontrollen durchgeführt werden und für diesen Fall sollte man wenigstens einen Ordner mit Kopien der wichtigsten Unterlagen dabeihaben. Und den Gewerbeschein!

Wenn du mit deinen Produkten auf Märkte gehen willst, musst du doppelt vorsichtig sein. Ein Reisgewerbe ist da hilfreich und ein Nachfragen nach evtl. Auflagen, kann Ärger bei der Kontrolle deines Marktstandes vermeiden. 
Wenn es um Salben, Öle und Seifen geht gibt es bereits seit Jahren die Deutsche Kosmetikverordnung. Diese gilt  auch auf Märkten und  Online. Dabei handelt es sich um eine deutsche Rechtsverordnung, die der Umsetzung von einigen EG-Richtlinien dient. In ihr sind Vorschriften zur Herstellung und zum Vertrieb von Kosmetika in Deutschland enthalten.Hier mal ein Auszug des vielschichtigen Gesetzes: ( Vorsicht, das ist richtig lang!!)

Die EU-Kosmetikverordnung gilt für den Bereich der Kosmetika. Nach Erwägungsgrund 6 sind kosmetische Mittel scharf und eindeutig von Arzneimitteln, Medizinprodukten und Bioziden abzugrenzen.

Eine Definition des Begriffs des kosmetischen Mittels ist in Artikel 2 Absatz 1 lit. a EU-Kosmetik-VO enthalten. Demnach sind kosmetische Mittel Stoffe oder Gemische, die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den Teilen des menschlichen Körpers (wie Haut, Behaarungssystem, Nägel, Lippen und äußere intime Regionen) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu*reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen,* sie in gutem Zustand zu halten oder den Körperbereich zu beeinflussen.

Nach der EU-Kosmetikverordnung gibt es stets eine natürliche oder juristische Person , die für die Einhaltung der Pflichten aus der Verordnung verantwortlich ist (Artikel 4 Absatz 1 und Absatz 2 der EU-Kosmetik-VO).
Für in der Europäischen Union hergestellte Kosmetika ist allein der Hersteller die verantwortliche Person (Artikel 4 Absatz 3 EU-Kosmetik-VO). Handelt es sich um ein importiertes kosmetisches Mittel, so ist der Importeur verantwortlich (Artikel 4 Absatz 5 EU-Kosmetik-VO).

Die nach dem Gesetz verantwortlichen Personen können ihre Verantwortung dadurch abgeben, dass sie schriftlich mit einer anderen Person mit Sitz in der EU vereinbaren, dass diese die Pflichten als verantwortliche Person übernimmt. Beispielsweise ein Zulieferer/ Großhändler.

Die verantwortlichen Personen müssen die Verpflichtungen aus der EU-Kosmetikverordnung einhalten. Sie haben insbesondere beim Auftreten von Gesundheitsrisiken dafür zu sorgen, dass das Produkt sicher wird, es ggf. dann vom Markt zu nehmen. Sie müssen die zuständigen Behörden informieren, mit diesen kooperieren und deren Anordnungen Folge leisten (Art. 5 EU-Kosmetik-VO).

Händler haben zusätzliche Pflichten (Artikel 7 EU-Kosmetik-VO). Bevor sie Kosmetika in den Verkehr bringen, müssen sie darauf achten, dass die Kennzeichnungsinformationen eingehalten werden, den Sprachanforderungen genügt wird und ggf. das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben ist.

Die für ein kosmetisches Mittel verantwortliche Person muss vor dessen Inverkehrbringen eine Sicherheitsbewertung durchführen und einen Sicherheitsbericht erstellen (Artikel 10 Absatz 1 EU-Kosmetik-VO). Dies muss durch eine qualifizierte Person wie etwa einen Mediziner, Toxikologen oder Pharmazeuten durchgeführt und stets aktuell gehalten werden.

Zehn Jahre lang ab Inverkehrbringen eines kosmetischen Mittels muss die verantwortliche Person zudem eine sog. Produktionsinformationsdatei führen (Artikel 11 EU-Kosmetik-VO). Darin müssen u. a. der Sicherheitsbericht und Berichte über die Wirkung des kosmetischen Mittels enthalten sein. Auch diese Datei muss stetig aktualisiert werden.

Schließlich hat die verantwortliche Person der EU-Kommission per Notifizierung vor dem Inverkehrbringen eines kosmetischen Mittels bestimmte Informationen zu übermitteln (Artikel 13 EU-Kosmetik-VO). Darunter fallen der Name des Herstellers, das Herkunftsland des Mittels, Angaben über die Abrufbarkeit der Produktinformationsdatei und weitere Informationen.

Spezielle Pflichten nur für Händler, die Kosmetikprodukte zusätzlich oder ausschließlich im Internet anbieten (Online-Händler, Webshop-Betreiber) sieht die EU-Kosmetikverordnung nicht vor.

Kosmetische Mittel dürfen gemäß Artikel 19 Absatz 1 EU-Kosmetik-VO nur dann auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn deren Behältnisse und Verpackungen bestimmte Informationen enthalten. Dabei müssen diese Informationen unverwischbar, leicht lesbar und deutlich sichtbar sein.

Die Pflicht zur Kennzeichnung trifft generell die verantwortliche Person, also in der Regel den Hersteller oder den Importeur , in Ausnahmefällen den Händler .
 Allerdings verstößt ein Händler gegen Artikel 19 Absatz 1 EU-Kosmetik-VO, wenn er Kosmetika verkauft, die nicht korrekt gekennzeichnet sind. Da Artikel 19 EU-Kosmetik-VO wohl als Marktverhaltensregelung im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG anzusehen ist, können Mitbewerber an diejenigen Händlern, die nicht korrekt gekennzeichnete Produkte verkaufen, Abmahnungen schicken.


Chargen-Nr. zur Identifizierung (falls das kosmetische Mittel hierzu zu klein ist, muss die Angabe zumindest auf der Verpackung erfolgen)
Verwendungszweck des kosmetischen Mittels
Liste der Bestandteile des kosmetischen Mittels („Ingredients“); was als Bestandteil anzusehen ist, wird detailliert in der EU-Kosmetikverordnung erläutert; sollten die Informationen auf dem Produktetikett oder dessen Verpackung keinen Platz haben, so müssen sie gesondert auf einem Beipackzettel , Papierstreifen, Anhänger oder Kärtchen angegeben werden; bei Seifen, Badeperlen oder anderen Kleinartikeln, bei denen selbst das nicht möglich ist, kann die Liste der Bestandteile auf einem Schild in der Nähe des Verkaufsbehältnisses angebracht werden

Puhhh...nicht war??! Dazu kommen noch einige andere kleine Tipps und Tricks rund um das Verkaufen von Magischen Utensilien....wenn du mehr wissen möchtest, dann schau mal im Oktober bei unserem Seminar rein, denn da geht es genau darum.

Aber jetzt weist du wenigstens, warum viele der selbsthergestellten Dinge auch so ihren Preis haben....

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