Donnerstag, 11. Dezember 2014

Erfahrungsbericht : Polarlichter am Hexenhof

Heute nehme ich Euch mit auf meine Reise an die Nordsee zu Minervas Hexenhof und den Zauberfrauen. Am Wochenende bin ich ja das erste Mal da gewesen und habe so viele Eindrücke mitgebracht, daß dies hier sicherlich ein längerer Bericht mit sehr vielen Fotos werden wird. 
 
Aktuell gibt es drei Gruppen mit wilden Weibern und unsere nennt sich auf Grund einer speziellen Naturerscheinung, die beim ersten Treffen gemeinsam beobachtet worden ist, "die Polarlichter". Sicherlich werdet Ihr noch auf anderen Blogs über Erzählungen vom vergangenen Wochenende stolpern. Aber aus Gründen der womöglich gewünschten Privatsphäre verweise ich jetzt hier mal nicht auf die Links dorthin.

Freitag nachmittag gegegen halb fünf war es soweit: Der Koffer gepackt und startklar wurde ich daheim von einer anderen Teilnehmerin abgeholt, die sich freundlicher Weise angeboten hatte, die weite Strecke mit mir gemeinsam anzutreten. Wir haben auf Anhieb viel geplauscht und gelacht, so daß der Weg rückblickend gar nicht mal allzu lang erschien. Zwischendurch eine Kaffee- und Zigarettenpause, die ein wenig Zeit kostete, so daß wir erst nach 20.00h das Ziel erreichten. 

Müde und hungrig hatte ich das Gefühl sehr herzlich und offen willkommen geheißen worden zu sein. Nach einem ausgiebigen Abendbrot verbrachten wir die folgenden Stunden mit Sekt, Tee, viel Geschnatter, lautem Gelächter und schönen Gesprächen.
Doch trotz all der Aufregung und körperlicher Ermüdung fiel das Einschlafen wahnsinnig schwer. Mann und Katzen fehlten mir offen gestanden doch sehr... Gut daß wir im Zeitalter von WhatsApp und Smartphones leben ;)


Am nächsten Morgen war ich der frühe Vogel - was sich übrigens auch am Sonntag nicht ändern sollte. Ich lauere halt schon immer auf den Platz im Badezimmer, um mich fertig zu machen und dann erstmal schnell einen Kaffee anzusetzen. Aber das lief zum Glück wirklich Alles ganz entspannt ab unter uns. Ich nutzte dann die Gelegenheit bis zum Frühstück um 10.00h für die erste Zigarette und einen Anruf zuhause, für einen ersten kleinen Erkundungsgang bei Tageslicht und Fotos.


Sicherlich kannte ich schon lang die reich bebilderten Blog-Einträge von Minerva und der Hof schien mir daher beinahe vertraut. Dennoch ist es in Echt dann nochmal was ganz anderes. Es gibt so viel zu entdecken dort, ein Wahnsinn ist das. An jeder Ecke springt Dir ein weiteres Detail ins Auge und Du kannst Dich gar nicht satt sehen an all den Eindrücken. Jeder cm des Grundstücks scheint aus purer Magie gewoben zu sein. Was vermutlich auch den Tatsachen entspricht.


Hier z. B. direkt der Göttinnen-Altar vor dem Seminarhaus, in dem wir untergebracht waren, und dem Laden. Von dem ich übrigens dieses Mal noch keine Bilder geschossen habe. Es tut mir wirklich schon fast leid, aber es gab einfach so viel zu sehen und zu stöbern, außerdem waren wir Sonntag mittag dort und die Heimfahrt nahte. Beim nächsten Mal wird das nachgeholt, Ehrensache. Ich kann ja auch nicht mein ganzes Pulver gleich beim ersten Besuch verschießen ;)


Wo man hin sieht finden sich Amulette aus Muscheln, Steinen und mit Knoten gebundene Bänder. Zauber allen Ortes. Jedes Glöckchen-Klingen oder Klappern von Hölzern spricht die Sprache der Göttin und wer sie versteht, der verweilt für einen Augenblick und staunt...


Da wir diesmal den Großteil der Zeit im Haus verbrachten, was sicher zum Einen dem Wetter geschuldet war, andererseits aber auch mit den Vorbeitungen auf das am Abend geplante Ritual zu tun hatte, störten wir uns nicht allzu sehr an Nässe und der Kälte da draußen. Bis auf die eine Schwester natürlich, die zur Vorbereitung auf ihre Initiation in die nächste Lebensphase auf Visionssuche Richtung Meer geschickt wurde. Aber da mußte sie durch, hihi.


Hier seht Ihr übrigens den Eingangsbereich zwischen Laden und Seminarhaus. Mutet das nicht wahrhaftig wie ein Blick ins Feenreich an? Dabei haben wir Winter und das reinste Schmuddelwetter gehabt, was nun wirklich für kein noch so zauberhauftes Grundstück schmeichelhaft wirken mag. Trotzdem war ich hingerissen von soviel Liebe zum Detail. Um hier mal einen kleinen running Gag von uns aufzugreifen könnte man tatsächlich sagen - hier sieht man die Hex in ihrer natürlichen Umgebung ;-))


Ich schätze daß Minerva gerne malt, ihre Kreativität mit den Händen oder Pinseln im Farbtopf auslebt, ist kein Geheimnis. Gib einer Frau eine Camera und eine Regenpause, da kann sie sich so richtig ausleben. Denn auf dem Hexenhof ist eine Leinwand keine zwingend notwendige Zutat, um etwas Schönes zu erschaffen. Wohl aber die Natur und das was sie hergibt. Ich bin sicher daß angesichts dessen die Zauberfauen noch viele bunte Stunden mit kreativen Projekten verbringen werden.


Die Göttin findet sich überall. Ich wage mal zu behaupten ohne sie wäre der Hexenhof nach wie vor ein Wunschgedanke, eine leise Ahnung, ein Traum. Aber nur wer solche Zukunftsmusik Realität werden lassen möchte und sich auch traut, den Sprung zu wagen, kann hinterher behaupten das sichere Terrain verlassen zu haben und daran gewachsen zu sein.


Nachdem unsere "Schwester" jedenfalls völlig durchnäßt, erschöpft und aufgeregt von ihrer Wanderung zurück gekehrt war - und diese Zeit haben wir mehr als sinnvoll genutzt - gab es zunächst etwas für das leibliche Wohl. Da geht an dieser Stelle auch mein Dank nochmal an Minervas Göttergatten, der nicht nur unser Koch, sondern auch Feuer-Schürer, Luftmatratzen-Aufbläser für alle Fälle und überhaupt die gute Seele gewesen ist.


Bereits mittags hatten wir gemeinsam den herrlich großen Garten erkundet, wo es bei Weitem nicht weniger zu entdecken gibt als schon auf dem Hof an sich. In jedem Winkel versteckt sich eine Fee, klingt ein Glöckchen, schleicht eine Katze, steht ein Baum, der bereit ist Deine Sorgen anzuhören oder Deine Wünsche in den Wind zu tragen. Ich kann mir vorstellen welch wunderbare Stunden die Zauberfrauen dort im Sommer zubringen werden und wie lebendig erst dann alles sein wird.


Zu dieser Jahreszeit sind es die stillen Wächter oder auch die Feuergeister, die Sturmväter und Zeitzeugen, welche magische Arbeit begleiten und umso mehr verdeutlichen, wie vergänglich - obgleich immerwährend - die Lebensenergie doch ist.


Das Ritual war geplant, die Initiantin bereit. Ein ordentliches Feuer loderte schon, während die Sonne untergegangen war. Und als dann die Trommeln geschlagen wurden, die Rasseln schepperten und die Atmosphäre sich verdichtete, ging die Mondin auf. Ein wahrhaft magischer Augenblick. Rauch und Glut, Hitze und Kälte trafen zusammen. Tränen flossen, Herzen schlugen im wilden Takt. Dann als es an der Zeit war und unsere Liebe in den Kreis hinein getreten war, fiel der Regen...
 
Mutter Hekate, die weise Alte, sie war bei uns. Wild und stark und rauh und herzlich, wie sie ist. Stand sie dort, war sie bereit, die neue "Alte" willkommen zu heißen. Zu entlassen in den Rest des Weges, der nun kommen soll. So intensiv, diese Begegnung. So wichtig, die Worte, die gesprochen wurden. Die Gesten, die übersprudelten, ohne einen Ton gesagt zu haben. Wundervoll. Es war perfekt.


Nachdem es getan war gingen wir durchnäßt und aufgeladen von der Hitze des Feuers zurück ins Haus. Heißer Kakao, Stollen und Plätzchen sollten neue Kraft geben und uns wieder erden. Vieles wurde noch besprochen, aber vor Allem natürlich auch gelacht, gegessen, getrunken, zusammen musiziert.


Was für ein Glück, nach so aufreibenden Erlebnissen an einen gemütlichen Ort einkehren zu können. Wo es warme Decken gibt, trockene Socken ;-) und einen gut gefüllten Kühlschrank. Selbst verständlich machte auch das ein oder andere Likörchen die Runde. Schließlich sind wir wilde Weiber und es gab Grund zu feiern!


Am nächsten Morgen - und einer weiteren, diesmal noch schlafloseren Nacht - hatte es merklich weiter abgekühlt. Schneidender Wind, wenn nicht beinahe Sturm, war aufgekommen. Es regnete immer wieder und die Haare wurden mir ins Gesicht gepeitscht, während wir nach dem Frühstück einen abschließenden Gang zur Wesermarsch antraten, um die Überreste des vergangenen Abends an das Wasser zu übergeben.


Wir verließen den Hof erneut mit Trommeln und Rasseln und in bester Stimmung. Keiner von uns schien es wirklich auf die Stimmung geschlagen zu sein, daß es spät geworden war, in der munteren Runde. Bei Räucherwerk und Regenprasseln am Fenster schnattert es sich aber ja auch besonders gern.


Zu jeder Himmelsrichtung hin die reine Weite. In der Ferne sind andere Höfe zu erkennen, mal ein Traktor, der bis zum Hexenhof hin geräuschlos über die Felder knattert. Wiesen, Felder und dahinter liegt das Meer.


Mehr als eine Tür hat sich an diesem Wochenende geöffnet und ich habe vieles mitgenommen. Durfte eine Runde von wilden, offenen, unterschiedlichen Power-Frauen kennenlernen, die doch mindestens eines gemeinsam haben: Die Liebe zur Göttin in ihren verschiedenen Formen, die uns verbindet. Auch so manche Gemeinsamkeit hat sich im Gespräch zu erkennen gegeben. Jede von uns geht ihren eigenen Weg, sicher mit Unterschieden, aber eben auch zum Teil im Kreise der anderen.


Welch eine Kraft schon allein der Trommelschlag in sich trägt. Das Stampfen mit den Füßen, die Rassel, das Klatschen und Singen, das Chanten. Erfahrungen, die ich das erste Mal machen konnte und durfte. Bisher hatte ich mich für jemanden gehalten, der damit nichts im Sinn hat. Keinen Rhythmus. Aber Frau wurde sehr wohl mitgezogen vom Sog der Musik, vom Klang und Pulsieren, der Energie. Sogar eine eigene Trommel hat zu mir gefunden. Wie die Jungfrau zum Kinde, könnte man beinahe sagen ;) 


Doch sind es eben nicht, oder selbstverständlich nicht nur, die magischen Wegbegleiter, die dort meinen Weg kreuzten und die mich mit nach Hause begleiten durften. Der afrikanische Fetisch, ein handgefertigter Hausgeist, den ich in den nächsten Tagen noch weihen und in unsere Familie integrieren werde. Ich sah sie, schlich um sie herum. Einmal, zweimal - und dann ging ich damit zu Minerva, um mich näher zu erkundigen. Sie war eben einfach für mich gemacht, wie das so ist. Aber für diese Dinge haben wir ein andermal Zeit. Hier habe ich für heute genug erzählt.
 
Mitgebracht habe ich vor Allem die Gruppenerfahrung, das Kennenlernen, dieser fabelhaften Frauen und das Mysterium, das wir geteilt haben.  Ich hatte eine wunderbare Erfahrung und eine magische Zeit. Vielen Dank dafür. Bis bald!
 

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das Hexenhof Team!